Reise-Typen: Ich am Waimea-Canyon auf Kauai

Reise-Typen: Deine Reise ist nicht meine Reise

Florian von flocblog hat zur Blogparade aufgerufen, um herauszufinden was für Reise-Typen existieren. Er möchte von uns wissen, wie wir reisen und warum wir reisen, wie wir reisen.

Ich war eigentlich dabei an meinem Blogpost für diese Woche zu schreiben und dabei fiel mir auf, dass ich von selbst schon auf ein Thema gekommen bin, das ganz gut zu seiner Blogparade passt.

 

Deine Reise ist nicht meine Reise

Ich möchte gar nicht so über andere ablästern, wie sie reisen. Das ist jedem selbst überlassen. Ich selbst bin kein Fan von riesigen Hotelanlagen, weil ich es liebe abzutauchen. Ich will das Land und die Kultur kennenlernen. Das kann ich mir in Hotelanlagen oder Resorts nicht vorstellen. Ich geh dann lieber in ein Homestay, couchsurfe oder buche was bei airbnb.com. 

WO ich unterkomme und WAS ich unternehme, hängt aber auch ganz stark davon ab, wohin ich reise und mit wem. Reise ich mit meiner Schwester, mache ich kein Couchsurfing. Bin ich allein oder mit 1-2 Freundinnen, versuch ich Couchsurfing Hosts zu finden. Bin ich mit meinem Freund, buch ich mir ein Zimmer mit airbnb oder such ein Homestay.

Wenn es darum geht, WAS ich unternehme, teile ich auch die Meinung von Maria meets Anna. Ich schlender gerne durch Straßen. Wenn ich reise, laufe ich auch gerne mal 15km am Tag durch ne Stadt: schnöcker über Märkte, schau mir ein paar Sehenswürdigkeiten an, verschwinde in Gassen, such mir nette kleine Cafès (definitiv nicht Starbucks), halte mich etwas fern von Menschenmengen, streife durch die Natur und genieße. Und hier kommt’s auch darauf an, wer dabei ist. Mit manchen Freunden kann ich keine großen Wanderungen machen, mit meinem Freund könnte ich trekken gehen. Dafür mag’s mein Freund nicht stundenlang über den Markt zu latschen, was ich wiederum mit Freundinnen sehr gut kann oder halt alleine.

 

Reise-Typen: Gezeiten-Pools auf Kauai mit hohen Wellen
Wie hier: niemand außer uns auf Kauai am Queensbath

Tarnkappe vs. Selfiestick

Da das WO, WAS und WIE sehr variabel sein kann, glaube ich, ist es wichtiger einen anderen Punkt zu erklären. Der springende Punkt des Reisetyps ist nämlich die Einstellung zum Reisen, nicht wie man es dann umsetzt oder wie man sich identifiziert.

Wenn ich reise, versuche ich mich immer so unauffällig wie möglich zu verhalten. Dass ja keiner sieht, dass ich Touristin bin! Tourist ist einfach so ein negatives Wort für mich. Da will ich nicht als einer gelten. Auch wenn ich selbst einer bin, wenn ich reise. Manchmal werde ich sogar auf Reisen von anderen Touristen nach dem Weg gefragt. So unauffällig verhalte ich mich, bzw. so sicher und selbstbewusst bewege ich mich auf Reisen.

Stadtkarte: bloß nicht! Und schon gar kein Selfiestick. Respektloses Verhalten wie im Weg rum stehen, Müll liegen lassen etc.: kann ich nicht leiden (gilt auch in meiner Heimat)! Das einzige, das mich verrät: Fotos.. Da kann ich’s dann nicht mehr leugnen. 

Respekt zum Land ist mir sehr wichtig. Wenn man die Möglichkeit geboten bekommt, sich das Land anzuschauen, sollte man dies mit genügend Respekt tun.

Eine verdrehte Welt für mich

Mir fiel mein Reiseverhalten erst auf, als ich nicht mehr “verschwinden” konnte. In Yogyakarta (Indonesien) sah das nämlich  ganz anders aus. Hier fiel ich auf! Allein durch mein Äußeres: blond, blau-grüne Augen und weiß wie ne Kellerwand. Da müsste ich schon eine Burka tragen, um nicht aufzufallen.

Ich muss noch dazu sagen, dass ich das erste Mal in Asien unterwegs war. Zuvor war ich nur in Europa und den USA unterwegs. In den Ländern falle ich halt auch nicht auf. Zeit meines Lebens zähle ich vom Aussehen her zu den „typischen Deutschen“. Nie etwas besonderes gewesen, nie aufgefallen, immer schön in der Masse verschwunden. Und dann kam ich nach Indonesien und speziell nach Yogya. Hier war alles anders!

Ich wurde vorher auf Reisen noch nie so viel angestarrt. Ich habe mich regelrecht wie eine Göttin gefühlt bzw. wurde ich halt so angehimmelt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte ich mich doch irgendwann leicht daran gewöhnt, dass mich Menschen anstarren und auch mal anfassen – jap, passierte mir in Jakarta und Yogyakarta.

Reise-Typen: Die Glocken des Borobudur-Tempels sind einzigartig bei Sonnenaufgang
Einzigartiger Borobudur-Tempel

Natürlich meinen es alle nur gut, aber nach 150 Bilder am Tag, fühlt man sich eher wie ein Fotomodell – natürlich unbezahlt versteht sich. Das lustigste, das mir passierte, war am Prambanan-Tempel. Da haben sich Leute sogar auf meinen Schoß gesetzt.

Reise-Typen: Tempel vom Weiten
Fotomodell am Prambanan-Tempel – so schnell geht’s mit der Berühmtheit

Für ein paar Tage hat das alles meine Art zu reisen beeinflusst: ich habe darauf geachtet, was ich trage und bin nur vor die Tür, wenn es sein musste – wahrscheinlich mein kleiner Kulturschock-Moment. Doch schnell merkte ich, dass das bullshit ist und dass ich überreagiere. Ich war doch da, um die Kultur kennen zu lernen! So habe ich versucht, damit umzugehen und hab das alles nur noch mit Humor genommen. Es war halt schon fast witzig, dass ich da so gehypt wurde wie die Queen. Außerdem gings dann nach Bali, wo das gar nicht so ist. Da hat der Tourismus schon so eingeschlagen, dass ich wieder gut „verschwinden“ konnte. Und da ist der Hinduismus mehr verbreitet. 

Reise-Typen: Sonnenschirme einer Strandbar auf Bali bei Sonnenuntergang

Hier war auch eine sehr gut besuchte Strandbar kein Problem mehr

Deine

Signature of Nate the Nomad

 

Wela ka hao – Lebe ein zügelloses Leben!

Du fragst dich, wer hier schreibt?

Abenteuerin, digitale Nomadin und Freiheits-Suchti – dafür steht Nate the Nomad!

Wohnung geündigt und Hab & Gut verkauft. Bepackt mit einem großen Rucksack bin ich nun auf der Suche nach dem schönsten Fleckchen auf dieser Erde!

Ein freies, ungezwungenes und ortsunabhängiges Leben – Das ist mein Traum und mein Ziel!

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Kommentare (3)

Nicht auffallen in Asien geht leider wirklich nur mit der Burka. 😉

Früher habe ich es auch nicht gemocht als Tourist erkannt zu werden. Schon gar nicht in Ländern in die ich besonders oft gereist bin oder gar mal meine Heimat waren (wie Irland).
Heute sehe ich das ein bißchen anders. Ich verhalte mich jetzt zwar nicht offensichtlich als Tourist, aber ich möchte den Menschen des Landes zeigen, wie fasziniert und verliebt ich in ihr Land bin. Ich möchte, dass die Menschen wissen und sehen, das ich als Fremde respektvoll mit ihrer Kultur umgehe.
Gerade kommen wir zum Beispiel aus Mallorca wieder. Da gebe ich mich insofern gern als Besucher zu erkennen, um den Einheimischen zu zeigen, dass Deutscher Tourist sein auch anders geht (anders als prollig, nur deutsch sprechend und total fordernd).
Tourist zu sein, ist an sich ja gar nicht so schlimm. Denn jeder definiert ja das Tourist sein für sich selbst! 🙂

Da hast du auf jeden Fall recht! Danke für den Zusatz! Ich zeige auch den Menschen, dass ich fasziniert bin und stelle auch immer total viele Frage. Ich habe das eher darauf bezogen, dass ich nicht wie der Stereotyp Tourist rumrenne. Das wäre mir peinlich. Am schlimmsten wäre noch, wie der Stereotyp deutscher Tourist: Cargo-Hose, 10cm Sonnencreme, Tennis-Socken in Sandalen, Kamera und Sonnenhut 😀 Das „tarne“ ich mich lieber und falle kaum auf 😉 Aber das hast du ja auch etwas angesprochen

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